Regenbogenwerkstatt e. V.
Regenbogenwerkstatt e. V.
Flughafen Tel Aviv

Israelreise Regenbogen-Werkstatt 2013

 

Wer auf ein neues Herz wartet ….

..braucht einen langen Atem

 

Eine Malaktionsreise der Regenbogen-Werkstatt Dorsten vom 27.04. – 04.05. 2013 als Versuch einer Annäherung im Israel/Palästina – Konflikt.

 

von Pfarrer i. R. Reinhard Paul

 

Ruhig und zielsicher gleitet die Lufthansa-Maschine in 33.000 Fuß

Höhe über die Wolken dahin. Ihr Ziel Tel Aviv. In knapp 4 Stunden Flugzeit habe ich hinreichend Zeit für ein ausführliches Zeitungsstudium. In der „ZEIT“ stoße ich auf die Lebensgeschichte der beiden Brüder Tamerlan und Dschoschar Zarnajev, die mit ihrem Bombenanschlag in Boston, Tod und Entsetzen ausgelöst haben. Sie haben die tschetschenische Heimat verlassen und in den USA ein neues Zuhause gesucht. Ich bleibe an dem Satz hängen, den Dschoschar über Boston gesagt hat: „Im Herzen der Stadt gibt es keine Liebe“. 1)

 

Meine Gedanken eilen voraus ins „Heilige Land“ in die Stadt Jerusalem. In einer SPIEGEL-Dokumentation wird mir erklärt – „Für Israelis wie für Palästinenser ist Jerusalem das Herzstück ihrer Identität.“2) Muss es da nicht ein Genuss sein für Israelis und Palästinenser von ganzem Herzen miteinander zu leben? Ich bin gespannt, was uns erwartet.

 

 

Die Maschine ist ausgebucht bis zum letzten Platz. Irgendwo zwischen den Reisenden sitzt die 9-köpfige Gruppe der

Regenbogen-Werkstatt Dorsten.

 

Ein Herz wird zusammengefügt - An der Trennmauer

Fast ist es wie ein kleiner Familien-Ausflug, denn Gisela und Hartwig, die 2005 diese Kreativ-Werkstatt gegründet haben, haben in der eigenen Verwandtschaft erfolgreiche Überzeugungsarbeit geleistet: Cousin Reinhard und seine Frau Ingeborg haben die Teilnahme am Ev. Kirchentag in Hamburg abgesagt. Sie wollen dabei sein und mitmachen, wenn es darum geht, in Israel/ Palästina Betonwände und Mauern mit farbigen Herzen zu versehen. In den Jahren zuvor waren es Jugendliche und Gruppen aus Schulen und Gemeinden des Münsterlandes, die mit Pinsel und Farben versehen dem Motto folgten: „Mit Herz und Hand verändern wir das Land.“

 

Unser Jüngster Ruben (13), begeisterter Mitarbeiter der Regenbogen-Werkstatt, ist mit seiner Mutter Ursula zum ersten Mal auf dieser Spur. Daneben Thomas und Anne, die inzwischen für diese Werkstatt-Arbeit vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit Verantwortung übernommen haben.

 

Ruben hat in seinem Gepäck einen Entwurf tanzender Menschen, den er nach dem Bild mit dem Titel „Der Tanz“ von Henrie Matisse aus dem Jahre 1908 gemalt hat. Dieses Bild vom Tanz des Lebens ist ein Ausdruck für die Hoffnung und Lebensfreude, auf die jeder Mensch angewiesen ist. Er ist stolz und zugleich fest entschlossen, mit diesem Bild einen der unterschiedlichen Terrassenplätze auf „Dahers Weinberg“ in einen einladenden Platz der Begegnung zu verwandeln.

 

Birgit, die gerade ihr 2. Examen im Fachbereich Pädagogik- und Theologie gemacht hat, macht unsere Gruppe komplett. Sie ist entschlossen, in einem 3-monatigen Praktikum vor Ort zu erfahren, wie sich diese Begegnungen gestalten.

Schon im Vorfeld ist bei unserem Jüngsten ein deutliches Herz-klopfen angesagt. Denn er trägt ein Paket Pinsel im Handgepäck. Das ist eher ungewöhnlich für eine Pilgerreise ins Heilige Land. Was soll er also sagen, wenn er in der israelischen Sicherheits-kontrolle nach dem Ziel und der Absicht seiner Reise gefragt wird?

Reiseleiter und Organisator Hartwig erklärt: „Wir sind Touristen und Pilger. Wir besuchen die Heiligen Stätten.“ Leuchtet ein. Doch Ruben gibt sich nicht zufrieden. Er will wissen, wie er seine Pilgerschaft überzeugend mit seinen Pinseln in Verbindung bringen kann.

 

Der Besuch der Ev. lutherischen Schule in Bet Saour wird zum Notanker für den Fall der Fälle: „Wir malen mit Kindern in einer kirchlichen Schule!“ Das müsste passen.

Jeder Unbedarfte würde uns allerdings fragen: „Wieso macht ihr die Sache so kompliziert? Warum sagt Ihr nicht einfach: Wir fahren zu einer Malaktion auf „Dahers Weinberg“? Wo liegt das Problem?“

 

Das Problem heißt Daoud Nassar. Er ist Palästinenser und Christ.

Und er kämpft seit vielen Jahren um den Familienbesitz in der Gestalt eines 42 ha großen Weinbergs. Sein Großvater hat ihn 1916 erworben und schon damals den rechtmäßigen Besitz durch einen schriftlichen Vertrag gesichert. Doch das Unglück will es, dass dieser Weinberg in der C-Zone liegt. Das ist die Zone im palästinensischen Gebiet der Westbank, die von den Israelis kontrolliert wird.

Und der Weinberg ist ein begehrtes Stück Erde. Ein imposanter „Hügel“, in der Tat ein „Berg“, der nicht zu übersehen ist. Von oben her gleitet unser Blick über vorgelagerte Bergketten bis in die Ebene, die im Westen durch das Mittelmeer begrenzt wird.

 

 

Dochan den Berghängen ringsumher hat sich längst ein unübersehbares Meer von Häusern gebildet.

 

Wer seinen Blick von der Essterrasse des kleinen Haupthauses westwärts schweifen lässt, bleibt unweigerlich daran hängen: Auf dieser Seite wohnen bereits jetzt 45.000 Menschen. Es sind Israelis. Darunter sind viele, die sich hier in Reichweite von Bethlehem und Jerusalem den Luxus einer Zweitwohnung leisten können. Unten im Tal leben etwa 7.000 Palästinenser. Dicht gedrängt, Haus an Haus, Wand an Wand. Dann auf der andern Seite des Weinbergs links und rechts finden sich Siedlungen mit jeweils über 2.000 Menschen. Es sind vorrangig israelische Siedler. Und es gibt radikale Gruppen unter ihnen, die Anspruch auf den Weinberg erheben.

 

Daoud hat es selbst erlebt, wie eines Tages einer von ihnen mit dem Maschinengewehr vor ihm stand und erklärte: „Dies ist unser Land.“

Und als Daoud ihm seinen Vertrag zeigte und fragte; wieso er das behaupten könne, kam prompt die Antwort: „Gott hat es uns gegeben.“

 

Dieser von Teilen der israelischen Bevölkerung religiös begründete Anspruch führt an vielen Stellen zu einer gewaltsamen Landnahme, die längst die Grenzen des Rechts überschritten haben. Es gehört Mut und Entschlossenheit dazu, um dieser Gewaltsamkeit zu widerstehen. Doch Daoud Nassar ist dazu entschlossen. Er nutzt dazu alle rechtlichen Möglichkeiten, auch wenn er damit finanziell längst überfordert ist. Es ist kein Kampf mit Mitteln der Gewalt. Als ihm einer der Zufahrtswege mit großen Gesteinsbrocken blockiert wurde, hat er auf einen anderen an seinem Tor schreiben lassen: „Wir weigern uns Feinde zu sein.“

 

 

Es versteht sich – wir sind in einem Krisengebiet in der Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern. Auch wenn die Regenbogen-Werkstatt den Einsatz für „Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung“ auf ihre Fahnen geschrieben hat, so ist bei der Anreise die Ziel-Angabe „Dahers Weinberg“ nach Möglichkeit zu vermeiden. Wir tun es und können ohne Probleme einreisen.

 


Ankunft in Altjerusalem mitten in der Nacht

So landen wir nach zügiger Taxifahrt in der Jerusalemer Altstadt.

Unser Quartier ist das „Austrian Hospiz“ an der Via Dolorosa.

 

Doch noch ist nicht der Einsatz der Pinsel angesagt. Um Friedens-

Herzen an Betonwände malen zu können, versuchen wir diese faszinierende Stadt mit den Augen des Herzens zu sehen.

Schon der Gedanke an die „Heilige Stadt“ Jerusalem lässt das Herz von Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen höher schlagen.

Es ist ein Ort der Sehnsucht und Anbetung und zugleich ein Ort kriegerischer Auseinandersetzungen. Jeder findet hier seine eigenen Anteile für die spürbare Nähe Gottes, mag er nun „Adonaj“, „Gott Vater“ oder „Allah“ genannt werden.

 

Alle drei Religionen bekennen sich zu dem einen Gott, „der Himmel und Erde gemacht hat“. Mehr noch: Alle drei Religionen verehren „Abraham“ als den Stammvater ihres Glaubens. Es sind gemeinsame Wurzeln. Statt zu trennen, könnten sie sich miteinander verbinden. Alle drei Religionen bekennen sich zu dem Juden Jesus, der seinen an das alttestamentliche Gesetz gebundenen Glauben auf den einen Punkt gebracht hat: „Du sollst Gott zu lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und der ganzen Kraft deines Verstandes.“ Und „du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22, 37 f).

 

Und wo die Frage gestellt wird: „Wer ist denn mein Nächster?“- da

sprengt der Jude Jesus, der von den Muslimen als „Prophet“ verehrt wird, den Rahmen. Gegenüber dem Priester und Leviten der Jerusalemer Tempelgemeinde wird der nicht religiös legitimierte Samariter zum Beispiel. Denn er hilft dem am Wegrand liegenden Verletzten, ohne nach dessen Herkunft, Weltanschauung und Glauben zu fragen (Lk 10, 25 -37).

Wo der Glaube so zu einer Herzenssache wird, da müsste es doch möglich sein, das die Liebe alle Menschen trotz ihrer Verschiedenheit zusammen führt und aneinander bindet. Doch diese Herz- Erneuerung lässt auf sich warten. Bis heute.

Wir sitzen auf dem Terrassen-Dach des Austrian Hospizes. Zur Linken spiegelt das goldene Kuppeldach des Felsendoms den Glanz der Morgensonne wieder. Zur Rechten fällt unser Blick auf die Grabeskirche und die benachbarte Erlöserkirche. In unserer Andacht singen wir von der Sehnsucht der Menschen: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns, nach dir, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein…: Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung, bitten wir. In Sorge, im Schmerz, sei da, sei uns nahe, Gott.“

 

Wir denken miteinander an den unermesslichen Schmerz, den wir als Deutsche in der Vergangenheit dem jüdischen Volk zugefügt haben. Der Holocaust ist nicht vergessen.

Die Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeinde passt gut an diesen Ort. Wir sammeln unsere Gedanken zu 5. Mose 15,7: „Du sollst dein Herz nicht verhärten ….“

 

Trotz der kurzen Nacht war ich an diesem Morgen schon früh aufgewacht. Der Hahnenschrei aus der Nachbarschaft hatte mich geweckt. Ich musste an Petrus denken, der Jesus verleugnete, als er sagte: „Ich kenne diesen Menschen nicht.“ Und ich musste daran denken, wie der gefangen genommene Jesus ihn ansah.

Es war kein Anblick der Verurteilung, es war ein Anblick des Herzens. Als er sich so erkannt sieht, da weint er Tränen des Schmerzes. Es sind dieselben Tränen, die Jesus über Jerusalem vergossen hat, als er die Stadt und den Tempel ansah und sagte: „Wenn, du doch erkenntest, was zu deinem Frieden dient.“

 

Es ist der Blick des Herzens, der Jesus mit Jerusalem und seinem Volk und zugleich auch mit allen verbindet, die an ihrer eigenen vermeintlichen Stärke zerbrechen. Unter diesem Anblick sieht sich Petrus erkannt und zugleich schmerzhaft geliebt.

Und so hören wir auch an diesem Morgen die Worte Jesu aus der Bergpredigt: „Selig sind die reines Herzens sind, den sie werden Gott schauen.“

 

Unser Blick fällt auf die Grabeskirche. Vom Dach der Terrasse blicken wir auf die vor uns liegenden Häuser. Jedes Dach ist mit einer „Schüssel“ auf einen guten Satelliten-Empfang ausgerichtet. Die moderne Telekommunikation ist zu einer verbindenden Macht geworden.Und wir schauen in die Hinterhöfe. Dort türmen sich Berge von Müll. Vordergrund und Hintergrund, oben und unten, Sehnsucht und Erfüllung, das klafft auseinander. Mauern schützen und trennen.

Die Welt der zerrissenen Herzen gibt uns an heiliger Stätte einen Vorgeschmack.

 

Wir steigen vom Dach des Hotels, tauchen in das Menschen-gewimmel der Via dolorosa. Es ist die Straße des Leidens, auf der der verurteilte Jesus sein Kreuz tragen musste. Bald stehen wir mitten in der Grabeskirche. Die orthodoxen Christen feiern ihren Palmsonntag. Der Zugang zu der Grabeshöhle, in der Jesus angeblich bestattet worden sein soll, ist uns versperrt. Orthodoxe Geistliche stehen als Türhüter davor. Bei dem Gedränge der Gläubigen versperrt einer dem andern den Weg.

Klagemauer

Wir suchen unseren Weg nach draußen und begeben uns Richtung Klagemauer. Wieder Absperrungen und Sicherheitskontrollen.

 

Dann stehen wir vor dem Ort der Sehnsucht und der Anbetung, mit dem jeder fromme Jude die besondere spürbare Nähe Gottes verbindet. Ein Zaun trennt die betenden Männer von den Frauen.

Selbst im Gebet ist Trennung angesagt.

 

Zusammen mit jüdischen Männern zu meiner Rechten und zur Linken trete ich an die Klagemauer, bitte um den Frieden, der die zerrissenen Herzen heilt.

 

Links neben mir steht ein israelischer Soldat. Ich denke daran, in welch unerträglicher Spannung er Tag für Tag seiner Wirklichkeit ausgeliefert ist. Die Frauen auf der andern Seite des Zaunes haben einen sehr viel kleineren Raum an der Klagemauer, um beten zu können. Ich frage mich, warum das so ist. Brauchen die Männer mehr Platz und Raum, um ihr Herz für Gott zu öffnen?

 

Dann wäre es nur gut, wenn die Männer diesen Raum auch nutzen würden. Und gut ist auch, dass wir nach dem Verlassen dieser heiligen Stätte, uns wieder zusammen finden. Die weiblich und männlich besetzte Gruppe, die sich auf das Herz-Thema eingelassen hat.

 

Für den Nachmittag haben wir den Besuch des Tempelbergs auf dem Programm. Aber wir haben die eng begrenzten Öffnungszeiten nicht einkalkuliert und außerdem erfahren wir, dass die islamischen Heiligtümer, der Felsendom und die El-Aqsa-Moschee, aus Sicherheitsgründen z. Zt. geschlossen sind.

 

Wir gehen durch die Altstadt, verlassen sie durch das Löwentor und machen uns auf den Weg zum Ölberg. Uralte Olivenbäume im Garten Gethsemane lassen uns etwas von der Kraft schöpferischer Lebendigkeit ahnen. Sie reicht zurück bis in die Zeit Jesu.

 

Wieder begegnen wir dem Gedanken, möglichst nah dran zu sein am Leben Jesu. Die orthodoxen Christen müssen das ähnlich empfunden haben, denn sie haben hier wie in der Altstadt ihre Kirchen gebaut.

 

Im Gartengelände fällt uns eine kleine Tafel ins Auge. Darauf der Hinweis, dass Jesus die Angst und den Schmerz mit den Leidenden geteilt hat. Dieser Gedanke begleitet uns, als wir den Ölberg hinaufsteigen. Wir möchten dort einkehren und innehalten, wo Jesus Tränen über Jerusalem geweint hat. Doch wir müssen uns beeilen, denn wir hören, dass sich die Türen dieser Erinnerungskirche „Dominus flevit“ in Kürze schließen werden. Immerhin finden wir sie noch geöffnet. Der Blick über das Kidrontal direkt auf den Felsendom ist faszinierend. Davor die Stadtmauer.

 

Es fällt auf, dass in dieser Mauer ein Stadttor zugemauert ist. Es ist das Goldene Tor. Sowohl die Muslime als auch die Juden hoffen auf das Kommen des Messias.

 

Dann werden die Mauern der Verschlossenheit fallen und er wird als

der König, der die Völker im ewigen Frieden vereint durch dieses Tor einziehen. Dann werden die Toten auferstehen und an seiner Herrschaft Anteil haben. Das riesige jüdische Gräberfeld auf dem Ölberg dokumentiert die große Schar derer, die auf die Erlösung warten.

 

Wir sind eingestimmt auf unser Thema: Wir sind entschlossen, auf undurchdringliche Betonböden, Wände und Mauern, in bunten Farben unsere Herzen zu malen, damit schon jetzt Mauern des Unfriedens fallen. Die Zeit ist längst reif dazu.

 

Mit einem Taxi machen wir uns am nächsten Tag auf den Weg zu Dahers Weinberg. Am israelischen Checkpoint gibt es keine Probleme. So landen wir ungehindert an der Betonsperre auf der Weinberg –Zufahrt. Zu Fuß erreichen wir unser Ziel.

 

Zerstörtes Herzbild

 

 

Die Begrüßung ist herzlich. Hartwig und Gisela Paul sind bereits zum 4. Mal an diesem Ort. Da sind längst aus Fremden Freunden geworden. Die Nähe ist deutlich.

 

Als wir die bemalten Betonböden über dem in den Felsen getriebenen Meeting-Raum inspizieren, findet die Begeisterung vor allem bei unserer Hauptakteurin Gisela ein abruptes Ende. Die Farben, die im vergangenen Jahr mit Mühen auf den Beton aufgebracht wurden, haben den letzten Winter nur schlecht überstanden. Das gestaltete rot leuchtende Herz ist verblasst und rissig, im wahrsten Sinne Herz- zerreißend.

 

Die Herz-Erneuerung wird zum Programm. Das Herz-Thema wird zur Fachfrage. Was bindet und verbindet! Dazu muss der Grund richtig bereitet werden. Darauf weist uns auch Dr. Jürgen Rüttgers, der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen hin, der im Namen der Konrad-Adenauer-Stiftung unterwegs ist.


Immerhin stammt er aus einem elterlichen Handwerks-Betrieb und weiß, wovon er redet. Ohne Zögern greift er zur Farbrolle und hilft mit bei der notwendigen Grundierung. Es tut gut, wenn jemand kommt, der unabhängig von Partei und Politik, zupackt und mitmacht, damit das Gelingen menschlichen Zusammenlebens so bildhaft über alle Grenzen hinweg zur Sprache gebracht wird. Wie sagt Antoine dé Excupery: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

 

Es ist spannend, bei den täglichen Malaktionen zu sehen, wie sich das Grau trister Fels – und Betonwände in ein Meer bunter Farben

verwandelt und dabei gleichzeitig verschiedensten Besucher-Gruppen zu begegnen.

 

 

Wir sind mit dabei als Daoud dem katholischen Pfarrer Wernsmann aus Steinfurt-Borghorst und seiner Gemeindegruppe von seinem Kampf um den Weinberg erzählt. „Wir weigern uns nicht nur Feinde zu sein. Wir weigern uns auch als Opfer bemitleidet zu werden.“ (vgl.o.)

Die Opfer-Mentalität führt zur Resignation. Darum müssen wir etwas tun. Und wir tun etwas mit unseren Begegnungen. Wir laden palästinensische Kinder und Jugendliche ein, damit sie eine Perspektive für die Zukunft gewinnen.“ Es ist bewegend, in welcher Weise Daoud sein Herzens-Anliegen, seine Begegnungsstätte, „Tent of Nations“ seinen Besuchern vorstellt.

Frauenzentrum im Dorf

Ein Beispiel für die Offenheit, mit der er und seine Frau Jihan auf die Menschen zugehen, ist so auch das Bildungszentrum im Dorf am Fuße des Weinbergs. In ihm werden palästinensische Mädchen von Jihan unterrichtet. Lesen, Rechnen, Schreiben und Kreativität, Gesundheitsfürsorge und Erziehung stehen ebenso auf dem Stundenplan wie Englisch-Unterricht und Umwelt-Erziehung.

Bei einem Besuch an einem der folgenden Tage können wir uns selbst davon überzeugen und wir sind fasziniert, welche kunstvollen Taschen die jungen Frauen selbst aus Plastikmüll zu gestalten verstehen.

 

Zurück zu unserer Besuchergruppe. Daoud erzählt von den Steinen, die ihm an vielen Stellen in den Weg gelegt werden. Weil er keine neuen Häuser bauen darf, gibt es inzwischen längst mehr als eine unterirdische Felsenwohnung. Das Wasser für die Versorgung der Menschen auf dem Weinberg wird in Zisternen gesammelt, eine Kläranlage ist geplant. Die Möglichkeiten der Solartechnik nutzt er für die Stromversorgung. Strahlend erklärt Daoud seinen Zuhörern: „Das funktioniert, denn die Sonne stellt keine Rechnung.“

 

Außerdem möchte er die landwirtschaftlichen Möglichkeiten auf dem Weinberg nutzen. Sein Ziel ist die Errichtung einer Schule, in der Jugendliche die notwendigen Fachkenntnisse im Bereich der Agrar-Technik, der -Wirtschaft und des biologischen Anbaus erhalten.

Nach diesem Gespräch mit der Besuchergruppe sagt mir ein Landwirt: „Ich selbst habe 35 ha Land unter dem Pflug. Wir haben

auf unserer Reise viele Ziele angesteuert, aber mit welcher Einstellung und welchen Zielen Daoud um den Erhalt seines Weinbergs kämpft, das bewegt mich zutiefst.“ Und ich sehe, wie seine Augen feucht werden.

Auf Dahers Weinberg werden nicht nur Herzen gemalt, hier werden Herzen bewegt, sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

 

So werden wir von den unterschiedlichsten Besuchergruppen nach unseren Besuchern nach unseren Beweggründen gefragt und kommen ins Gespräch mit Amerikanern aus Virginia, mit Kanadiern und dann wieder mit einer Schülerinnen-Gruppe des John- Lennon-Gymnasiums aus Berlin, die für einige Nächte mit den Großzelten und den Pritschen in der Mitte des Weinbergs vorlieb nehmen müssen.

 

Die Mädchen sind so angesteckt, von unserer Malaktion, dass sie ihr Besuchsprogramm durch das Heilige Land an einem Tag unterbre-chen, um bei der Malaktion der Regenbogenwerkstatt mit Schülerinnen und Schülern der Ev.-luth. Schule in Bet Sahour mit machen zu können. Es sind die Umrisse der deutschen und palästinensischen Jugendlichen, die wir in interschiedlichen Bewegungsabläufen und Stellungen auf eine graue Wand bringen. Das Ganze verwandelt sich in 2-3 Stunden in eine leuchtende Lebendigkeit.

 

Als ich neben einer Berliner Schülerin male, erzählt sie mir von dem bevorstehenden Besuch des „Herodion“, das als ein Monumentalgrab zu einem besonderen Anziehungspunkt für Besucher des Heiligen Landes geworden ist. Sie fragt mich: „Wer war eigentlich Herodes?

Ich erzähle ihr von der Grausamkeit dieses Königs, von dem in der Bibel erzählt wird, dass er alle neugeborenen Kinder in Bethlehem zum Zeitpunkt der Geburt Jesu getötet haben soll.

 

Sie fragt: „Aber wieso denn?“ Und ich erzähle ihr, dass dieser König Angst hatte um seinen Thron. In dieser Angst hat er drei seiner Söhne getötet. Außerdem eine seiner 10 Frauen „Mariamne“.

 

Die Schülerin fragt weiter: „Aber wieso wurde Jesus eigentlich in Bethlehem geboren.“ Ich sage: „Da gab es eine von den Römern verordnete Volkszählung. Danach musste sich jeder in seinen Geburtsort begeben und sich dort in einer Steuerliste eintragen lassen. So auch Josef. Nur Pech, dass er sich mit Maria ausgerechnet jetzt von Nazareth auf die beschwerliche Reise nach Bethlehem begeben musste, da sie doch ein Kind erwarteten.“

 

Die Schülerin ist neugierig und interessiert. Sie möchte mehr wissen. Aber dann werden wir unterbrochen. Das Programm der Mädchengruppe geht an anderer Stelle weiter. Sie müssen aufbrechen, während die bunte Wand mit der Gruppe palästinen-sischer Jugendlicher aus der Schule vollendet wird.

 

Ich muss nachdenken: Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich als pensionierter Pastor mit 73 Jahren einer Berliner Gymnasiastin im Heiligen Land Religions-Unterricht erteilen würde. Und das freiwillig.

Malen an einer lutherischen Schule

Zugleich denke ich an das Defizit, dass wir in unserer abendländisch-christlichen Kultur aufs Spiel setzen, wenn der Religions-Unterricht in der Schule keinen selbstverständlichen und öffentlichen Platz mehr hat. Die Bevölkerung Berlins hat sich vor Jahren dazu entschieden, Religions-Unterricht als Pflichtfach in der Schule abzuschaffen. Wie gut, wenn es Lehrerinnen gibt, die sich mit ihren Schülerinnen auf die Reise ins Heilige Land begeben.

 

 

 

Eine letzte Station unserer Aktionsreise führt uns an die „Mauer“ in Bethlehem. 10 Meter hoch, 770 km lang. Sie soll die israelischen Wohngebiete und neu gebauten Siedlungen vor den palästinensischen Übergriffen sichern. Aber sie trennt zugleich Palästinenser von Palästinensern und versperrt Zugänge zu den Orten, die für Juden und Palästinenser in gleicher Weise „heilig“ sind. Zu ihnen gehört „Rahels Grab“. Sie war eine der Frauen Jakobs.

 

Jakob, der „Erzvater“ wird von Juden, Christen und Muslimen verehrt. Doch der Zugang zu dieser heiligen Stätte ist den Palästinensern, ob sie nun Muslime oder Christen sind, versperrt.

 

Wir kommen an die Stelle, wo Gruppen der Regenbogenwerkstatt schon in Jahren zuvor ihre Herz-Botschaften in bunten Farben an die Mauer gemalt haben. Manches wurde in der Zwischenzeit übermalt, mit neuen Bildern und Botschaften ergänzt. Sorgfältig überlegen wir, welche dieser Botschaften, wir als Ergänzung und Weiterführung unseres Anliegens stehen lassen, bevor wir uns dann der Restauration des ursprünglichen Bildes zuwenden.

 

Ein Kontroll- und Beobachtungsturm bildet an der Stelle unseres Einsatzes den Eckpfeiler im rechtwinkligen Knick der Mauer. Ich finde meinen Platz genau an dieser Stelle. Er ist nicht ganz ungefährlich. Die Straße verengt sich an diesem Punkt. Und durch Absperrgitter machen wir sie zu einem neuralgischen Punkt. Aber dadurch müssen die Autos langsam fahren. Mancher nutzt die Gelegenheit, um uns in Gesten, Worten und Gebärden zu zeigen, dass wir willkommen sind.

Ich beginne damit, eine Mauer auf den Turm zu malen. Ganz wohl ist mir nicht dabei. Die Fenster des Kontrollturms sind schräg nach vorn gebaut, damit die Bewacher von oben beobachten können, was zu ihren Füßen geschieht. Aber ich denke: Es ist nicht das erste Mal, dass du beobachtest wirst. Als ich mit der Gruppe zusammen auf Dahers Weinberg mein Herzbild malte, da stand plötzlich oben über mir ein israelischer Militär-Hubschrauber. Es war eindeutig, dass wir beobachtet wurden. Am Tag zuvor hatte ein Palästinenser einen Israeli getötet und das israelische Militär hatte in Gaza einen Vergeltungsschlag ausgeführt, wie wir das an der Rauchfahne am Horizont erkennen konnten. Mir wurde es schon leichter ums Herz, als der Hubschrauber schließlich abdrehte und weiterflog.

 

Der Gedanke „Wir werden beobachtet“, war wieder da, als wir den Kontrollturm bearbeiteten. Aber niemand kam uns in die Quere. Also malten wir ungeniert und unbehindert. Mauer auf Mauer. Aber anders als die Realität in ihrer undurchdringlichen Verschlossenheit. Wir malten eine Mauer, die sich öffnet. Ein rotes Herz mitten hinein in die Öffnung. Eine Sonne und viel blauen Himmel darüber.

 

Ein palästinensischer Taxifahrer protestiert durch das offene Fenster.

Ich sage ihm: „We paint for peace.” Hinter seinem Taxi staut sich der Verkehr. Er muss weiter fahren. Aber er ruft mir zu: „ I come back.“

In der Tat kommt er nach einer Viertelstunde zurück und wir haben auf dem Parkplatz vor der Mauer Zeit zu reden.

 

Er gibt mir zu verstehen, dass wir die Mauer zu schön machen. So dass Touristen hierher kommen und sie fotografieren. „Die Mauer ist ein Schandfleck, sie muss weg,“ sagt er mir.

 

Ich lebe mit meiner Familie auf engstem Raum in einem „Camp“. Seit 1948 haben sie uns das Land weggenommen und halten es besetzt.“ Ich versuche ihm zu sagen, dass wir für „Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung“ eintreten und dass unsere Malaktion eine Protestaktion gegen eine unrechtmäßige gewaltsame Landnahme zu verstehen ist.


Doch ich spüre, wie er unserer Herz-Kampagne nicht so recht traut. Wie gerne würde er mit uns hoffen, dass sich dieser Traum eines Tages erfüllt. Aber er ist in dem Gefängnis seiner Erfahrungen wie eingemauert. Er kann es nicht glauben, dass der Tag kommt, an dem die Mauer fällt.

Wir können nur erahnen, was „Ibrahim“ erlebt und erfahren hat und warum er so von Hoffnungslosigkeit und Resignation wie besetzt ist.

 

Ungehindert können wir unsere Bilder vollenden. Aber in der Begegnung mit den Menschen, die hier leben müssen, stoßen wir auf die Grenzen ihrer Fähigkeit zu glauben, zu hoffen und zu lieben.

 

Trotz unserer an die Mauer projizierten farbigen Hoffnungs-Träume hat uns die Wirklichkeit eingeholt. Sie holt uns auch ein, als wir der Bitte Claires folgen, ihren Souvenir-Laden zu besuchen. Dazu folgen wir der engen Straße an der Mauer. Wir stoßen auf ihr Haus, das früher eine gut laufende Hotel-Unterkunft an Rahels Grab gewesen sein muss. Jetzt ist es von drei Seiten wie in einer engen Sackgasse von der m hohen Mauer wie eingekesselt.


"Keiner findet den Weg zu mir. Wer will schon in einer Sackgasse wohnen, in der jeder sich wie eingesperrt vorkommen muss. Die Frau tut uns unendlich leid. Wir kaufen bei ihr einige Souvenirs aus Olivenholz. Anastasia dankt es uns. Wir trinken ein mit Limettenblättern gewürztes Getränk zur Erfrischung. „Kommt wieder“, sagt sie uns, als wir uns verabschieden, und „Vergesst mich nicht!“.

 

Wir kehren zurück in unser Hotel in Beit Jala. Schon in der Nacht zuvor haben wir „Abrahams Herberge“ schätzen gelernt. Wer denkt, dass er hier wie Abraham in Zelten leben müsse, irrt gewaltig.

Wenn wir uns allerdings einmal vorstellen, dass sich ein Zelt nach allen Seiten öffnen lässt, dann kommen wir dem Anliegen dieses Hauses auf die Spur. Am Morgen haben wir in uns in der Andacht die Gestalt dieses Erzvaters vor Augen geführt. Er erhielt von Gott den Auftrag, „Gehe aus deinem Vaterland und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen werde….“ Der Auszug aus der Bindung an Familie, Heimat und der damit verbundenen Kultur ist eine einzige Herausforderung, die auch Daoud Nassar kennt, wenn er seinen Weinberg als „Tent of Nations“ nicht nur den Friedenfreunden aus aller Welt öffnet und dabei auch keinen Unterschied macht zwischen Palästinensern und Israelis.

 

Und es ist spannend und interessant zu lesen, dass schon für Abraham das verheißene Land ein von den Kanaanitern besetztes Gebiet ist. Das heißt in Gottes verheißenem Land geht es von Anfang an um das Zusammenleben. Nicht anders zur Zeit Jesu. Und auch nicht anders in der Gegenwart.

 

So hat der Jude Jesus die Grenzen überwindende Liebe Gottes gelebt und verkündet. Eine Syro-Phönizierin, und ein römischer Hauptmann werden ebenso zum Vorbild des Glaubens wie der fremde Samaritaner. Doch Jesus geht noch weiter, wenn er seinen eigenen Volksgenossen in Gegenwart des römischen Hauptmanns sagt: „Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden!“ Und genau an der Stelle bringt er Abraham ins Spiel, wenn er fortfährt: „Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.“

 

Als wir uns am Abreisetag vor „Abrahams Herberge“ von Daoud und Jihan verabschieden, sage ich Ihm: „Sicher ist es für Dich nicht leicht, vor dem Komfort und dem Glanz eines solchen Hauses, auf Deinen Weinberg zurückzukehren. Deine „Zelte“, die Du für alle Menschen offen halten willst, sind bedroht und Du kämpfst um ihre Zukunft. Aber Du hast uns von den Olivenbäumen erzählt, die Du pflanzt. Sie brauchen mindestens zehn Jahre, bis sie ihre ersten Früchte bringen.“

Daoud weiß nur zu gut, worauf ich anspiele und antwortet: „Es ist in der Tat ein weiter Weg. Aber wir gehen ihn. In vielen kleinen Schritten.

 

Als wir auf der Heimfahrt alle Sicherheits-Kontrollen mit der inzwischen vertrauten Empfehlung hinter uns gebracht haben –

Wir sind Touristen und Pilger, Gäste des „Austrian Hospizes“ in Jerusalem“- sitzen wir schließlich wieder im Flieger und streben heimwärts.

 

In der „Süddeutschen Zeitung“ lese ich von einem neuen Vorschlag

für neue Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina.

Und es wird berichtet: Es könnte schon als Erfolg gewertet werden, wenn bei einem solchen Zusammenkommen beschlossen würde, die Friedensverhandlungen miteinander neu aufzunehmen. Auch hier ist es ein weiter Weg. Und er kann nur damit beginnen, dass Menschen ihr Herz öffnen und neu anfangen miteinander zu reden, aufeinander zu hören und anfangen, den Weg des Friedens zu gehen.

 

Die Regenbogenwerkstatt Dorsten hat für eine Woche in Israel/ Palästina ihren Weg gesucht für „Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung“ einzutreten. Wir waren eine „fromme“

Truppe. Mit Liedern und Pinseln im Gepäck. Und wir haben gesungen: „Gott gab uns Atem, damit wir leben….“

 

Gott, der den Menschen den Atem gegeben hat, der kann und will ihnen auch ein neues Herz geben. Denn wer auf ein neues Herz wartet, braucht einen langen Atem und den Mut zu vielen kleinen Schritten.

 

  1. Aktuelle Ausgabe der ZEIT, am 27. April, 2013, S. 4

  2. DER SPIEGEL, GESCHICHTE, Nr. 3/2009, S. 18

 

Ibbenbüren, den 11.05. 2013

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